Sara Bareilles verarbeitet Trauer und Hoffnung in Pop
- von Kai Schöning
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Sara Bareilles ist zurück – und zwar mit einem Album, das nicht einfach nebenbei läuft. Good Grief verbindet große Pop-Melodien mit ehrlichen Gedanken über Verlust, Hoffnung und das Weitermachen. Das siebte Studioalbum der GRAMMY-Gewinnerin erschien am 28. August 2026 und eröffnet ein besonders persönliches Kapitel. Warum diese Songs gerade jetzt so intensiv wirken, zeigt sich nicht nur auf Platte, sondern auch auf der Bühne.
Sara Bareilles macht aus Trauer einen gemeinsamen Moment
Sara Bareilles setzt auf Good Grief nicht auf schnelle Antworten. Stattdessen nimmt sie Gefühle ernst, die oft schwer auszuhalten sind. Verlust, Erinnerung, Wut und Trost ziehen sich durch die 14 Songs des Albums. Trotzdem klingt die Platte nicht nur dunkel. Zwischen den ruhigen Momenten finden sich immer wieder Wärme, Leichtigkeit und ein klares Gefühl von Hoffnung. Genau das macht Good Grief so nahbar. Sara Bareilles beschreibt die Songs selbst als Botschaften. Sie seien weniger ein geplanter Versuch gewesen, die Welt zu erklären. Vielmehr seien sie aus einem inneren Bedürfnis entstanden. Ihre Hoffnung: Die Musik soll Trost spenden oder Katharsis ermöglichen. Für Fans, die Sara Bareilles für ihre offenen Texte lieben, dürfte das Album deshalb besonders stark wirken. Seit Amidst the Chaos aus dem Jahr 2019 ist einige Zeit vergangen. Mit ihrem neuen Album kehrt die Musikerin nun hörbar zu einer sehr direkten Form des Songwritings zurück. Wer mehr aktuelle Veröffentlichungen und Konzertthemen entdecken will, findet in den Musik-News von Szenenight weitere spannende Geschichten aus der Popwelt.
Good Grief ist das siebte Studioalbum von Sara Bareilles
Mit Good Grief veröffentlicht Sara Bareilles ihr siebtes Studioalbum. Es ist ihr erstes reguläres Studio-Projekt seit dem Grammy-prämierten Amidst the Chaos. Die neue Platte knüpft an ihre bekannten Stärken an. Piano-Pop, starke Refrains und persönliche Geschichten stehen weiter im Zentrum. Gleichzeitig wirkt das Material noch unmittelbarer als viele frühere Veröffentlichungen. Sara Bareilles hat ihre Karriere mit Songs aufgebaut, die radiotauglich klingen und trotzdem emotional offen bleiben. Alben wie Little Voice, Kaleidoscope Heart und The Blessed Unrest haben diesen Stil geprägt. Auch ihre Arbeit für das Musical Waitress zeigte, wie gut sie große Melodien und erzählerische Tiefe verbinden kann. Auf Good Grief wird diese Fähigkeit besonders deutlich. Das Album verarbeitet persönliche Erfahrungen, ohne sich in ihnen zu verlieren. Es lädt dazu ein, eigene Gedanken mitzubringen. Gerade darin liegt seine Stärke. Die Songs schaffen Platz für Trauer, ohne Hoffnung kleinzureden. Sara Bareilles verwandelt schwere Themen in Musik, die Verbindung schaffen soll. Das passt zu einer Künstlerin, die seit zwei Jahrzehnten immer wieder persönliche Geschichten für ein großes Publikum öffnet.
Home und Still Crying zeigen die emotionale Richtung
Die erste Single Home gibt die Richtung von Good Grief klar vor. Der Song entstand laut Sara Bareilles aus einem Gespräch zwischen Stephen Colbert und Anderson Cooper. In Coopers Podcast ging es um Trauer und Verlust. Für Bareilles wurde daraus ein musikalischer Impuls. Home wirkt wie eine Einladung zum Zuhören. Der Song stellt nicht die perfekte Lösung in den Mittelpunkt. Er fragt vielmehr danach, wie Menschen einander wirklich verstehen können. Dieses Thema zieht sich durch die Albumphase von Sara Bareilles. Es geht um Nähe, um Ehrlichkeit und um den Mut, verletzlich zu sein. Auch die Single Still Crying gehört in diesen emotionalen Kosmos. Das dazugehörige Video unterstreicht die intensive Atmosphäre des Songs. Wer den Clip sehen möchte, kann das Musikvideo zu „Still Crying“ anschauen. Beide Veröffentlichungen zeigen, dass Sara Bareilles keinen Abstand zu den schwierigen Seiten des Lebens sucht. Sie macht sie hörbar. Dabei bleibt ihre Musik melodisch und zugänglich. Das ist kein trauriges Album für den Rückzug. Good Grief ist eher ein Soundtrack für Momente, in denen man nicht allein mit seinen Gedanken bleiben möchte.
Sara Bareilles setzt auf vertraute Musiker und starke Kollaborationen
Der Sound von Good Grief entstand bewusst nah, organisch und bandorientiert. Sara Bareilles produzierte das Album selbst. Große Teile wurden innerhalb von sechs Tagen in den Dreamland Recording Studios in Woodstock, New York, aufgenommen. An ihrer Seite standen langjährige Mitstreiter. Dazu gehören Schlagzeuger Charley Drayton, Gitarristin Butterfly Boucher und Keyboarderin Misty Boyce. Außerdem wirkten Bassist Solomon Dorsey, Multi-Instrumentalist Rob Moose sowie Co-Produzent, Engineer und Mixer Jonathan Low mit. Spätere Sessions fanden mit Aaron Dessner in den Long Pond Studios im Hudson Valley statt. Engineer und Mixer Bella Blasko unterstützte diese Aufnahmen. Die Gästeliste zeigt zusätzlich, wie breit Sara Bareilles musikalisch vernetzt ist. Beiträge kommen unter anderem von Brandi Carlile, Andrea Gibson, Ingrid Michaelson, Joe Tippett und Megan Falley. Besonders wichtig ist dabei Salt Then Sour Then Sweet. Den Song schrieb Bareilles gemeinsam mit Brandi Carlile und der inzwischen verstorbenen Dichterin sowie Aktivistin Andrea Gibson. Der Titel ist auch im Oscar-nominierten Dokumentarfilm Come See Me in the Good Light zu hören. Sara Bareilles fungierte bei diesem Film zudem als Executive Producer. Diese Zusammenarbeit passt perfekt zur Grundidee von Good Grief: Musik entsteht hier nicht als Einzelkampf, sondern als Raum für Gemeinschaft und Austausch.
Die Good Grief Tour bringt Sara Bareilles wieder auf die Bühne
Die Albumveröffentlichung markiert für Sara Bareilles auch die Rückkehr zur großen Live-Bühne. Ihre Good Grief Tour startete am 9. September 2026 in Boston und läuft noch bis zum 19. Oktober durch Nordamerika. Auf dem Tourplan stehen unter anderem New York, Los Angeles, Chicago, San Francisco und Seattle. Die Konzertreihe ist ihre erste große Tournee der 2020er Jahre und passt perfekt zur neuen Albumphase. Sara Bareilles will die intimen Songs von Good Grief nicht nur präsentieren. Sie möchte einen Raum schaffen, in dem Ehrlichkeit, Freude und Trauer nebeneinander bestehen dürfen. Neben neuem Material dürfen Fans auch Songs erwarten, die ihre Karriere geprägt haben. Dazu zählen vermutlich Stücke aus ihren frühen Pop-Jahren ebenso wie Titel aus späteren Projekten. Bareilles bringt dabei längst mehr als eine klassische Singer-Songwriter-Karriere mit. Sie ist zweifache GRAMMY-Gewinnerin, mehrfach für Tony und Emmy nominiert und als Schauspielerin, Autorin sowie Musical-Schöpferin erfolgreich. Ihre Musik zu Waitress machte sie auch am Broadway zu einer wichtigen Stimme. Mit mehr als drei Millionen verkauften Alben, 15 Millionen Singles und über 3,5 Milliarden Streams gehört Sara Bareilles zu den konstantesten Künstlerinnen ihrer Generation. Good Grief zeigt nun, dass sie sich trotzdem weiterentwickelt.
Dokumentation begleitet die neue Ära von Good Grief
Die Entstehung von Good Grief wurde außerdem für die Dokumentation Sara Bareilles: Good Grief festgehalten. Der Film feierte beim Tribeca Festival seine Weltpremiere und begleitet die Musikerin bei ihrer Rückkehr ins Studio. Für Sara Bareilles war es die erste gemeinsame Aufnahmephase mit engen Freunden seit sieben Jahren. Dadurch bekommt die Dokumentation eine besondere Nähe. Sie zeigt nicht nur Songwriting und Studioarbeit. Im Mittelpunkt stehen auch die Menschen, die diese kreative Phase mitgetragen haben. Verlust und Trauer bleiben wichtige Themen. Gleichzeitig geht es um die heilende Kraft von Musik und Gemeinschaft. Das ergänzt das Album auf sinnvolle Weise. Die Songs erzählen von Gefühlen, die sich nicht immer leicht erklären lassen. Der Film zeigt, wie aus solchen Erfahrungen ein gemeinsamer kreativer Prozess entstehen kann. Sara Bareilles beweist damit erneut ihre Vielseitigkeit. Ob im Pop, auf der Theaterbühne, vor der Kamera oder im Studio: Ihre Projekte leben von klaren Geschichten und spürbarer Emotion. Good Grief ist deshalb mehr als ein neues Album. Es ist eine ganze kreative Ära, die Musik, Live-Momente und Film miteinander verbindet. Für langjährige Fans und neue Hörer lohnt es sich, genau hinzuhören.







