Wanderausstellung zeigt kreative Zukunftsvisionen junger Designer
- von Daniel Hornick
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Zwischen Mensa und Zukunftsvision: In der Uni-Mensa Bremen kannst du gerade tief in die Gedankenwelt junger Designer eintauchen. Die Wanderausstellung zum Plakatwettbewerb „Campus der Zukunft“ zeigt, wie Studierende Hochschulen von morgen interpretieren – kritisch, kreativ, manchmal surreal. Und obwohl hier eigentlich *Keine Künstlernamen gefunden* als Motto gelten könnte, stehen drei herausragende Talente von der Hochschule Bremerhaven besonders im Fokus.
Wanderausstellung „Campus der Zukunft“ bringt frischen Wind in die Uni-Mensa
Vom 12. Januar bis 12. März verwandelt sich die Uni-Mensa des Studierendenwerks Bremen in einen Ort für Zukunftsfragen und kreative Denkanstöße. Die Wanderausstellung zeigt ausgewählte Plakate des 39. Wettbewerbs des Deutschen Studierendenwerks. Das Thema: Wie sieht der „Campus der Zukunft“ aus? Von futuristischen Lernräumen bis zu dystopischen Szenarien ist alles dabei. Aus insgesamt 745 Einsendungen von 388 Design-Studierenden aus 37 Hochschulen wurden 29 Werke für die Wanderausstellung ausgewählt. Drei davon kommen aus Bremerhaven und beweisen, dass dort echte kreative Energie fließt. Einer der Höhepunkte: das Werk „Vision“ der Studentin Merle von Forstner, das den dritten Preis und 1.000 Euro Preisgeld einheimste. Das Projekt „Keine Künstlernamen gefunden“ könnte hier sinnbildlich für diese Generation stehen – jung, experimentierfreudig und ohne Angst, große Themen anzupacken. Wer neugierig ist, kann die Ausstellung werktags von 9:00 bis 14:30 Uhr besuchen und sich inspirieren lassen.
„Vision“ – wenn Zukunft unter Wasser steht
In ihrem Plakat mit dem Titel „Vision“ stellt die Bremerhavener Designstudentin Merle von Forstner eine radikale Frage: Wie sieht Studieren aus, wenn Meeresspiegel steigen und Hörsäle unter Wasser stehen? Ihr Motiv – ein Mensch mit VR-Brille, knietief im Wasser, Schild „Lecture Hall“ daneben – wirkt zugleich absurd und erschreckend real. Für von Forstner geht es darum, den Blick zu schärfen: Nicht die Digitalisierung oder künstliche Intelligenz bedrohen unser Studium am meisten, sondern die Klimakrise. Diese direkte, ehrliche Haltung brachte ihr den dritten Platz beim Wettbewerb ein. Unterstützt wurde sie dabei von Prof. Nicole Slink, die den Kurs „Digitale Medienproduktion“ an der Hochschule Bremerhaven leitet. Auch Kommilitoninnen wie Milla Kirmse und Michelle O’Shea, deren Werke „Wegweiser der Zukunft“ und „Keine Künstlernamen gefunden“ ebenfalls Teil der Wanderausstellung sind, sorgten mit ihren Ideen für Aufsehen. Übrigens: Parallel zur Bremer Ausstellung gibt’s auch in der Mensa Bremerhaven die drei Arbeiten der Bremerhavener Nachwuchstalente zu sehen.
Von Bremerhaven nach Berlin und zurück – ein Erfolg mit Signalwirkung
Schon seit 1987 veranstaltet das Deutsche Studierendenwerk den bundesweiten Plakatwettbewerb, der Studierende dazu anregt, Haltung zu zeigen und gesellschaftliche Themen visuell zu interpretieren. Gefördert wird das Ganze vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt – mit insgesamt 10.000 Euro Preisgeldern. Dass Bremerhavener Studierende auch 2025 wieder Teil der Wanderausstellung sind, ist kein Zufall: Zum vierten Mal in Folge wurden dort Designstudierende ausgewählt. Hauke Kieschnick, Geschäftsführer des Studierendenwerks Bremen, zeigt sich begeistert: Der Erfolg unterstreiche die kreative Stärke des Bremerhavener Campus. Von Forstners Erfolg sei dabei nur die Spitze eines spannenden Jahrgangs, der mit den Herausforderungen unserer Zeit mutig umgeht. Eine Erwähnung wert ist auch, dass das Projekt Keine Künstlernamen gefunden sinnbildlich zeigt, wie vielfältig die Szene ist: Manche Namen kennt man (noch) nicht, aber die Inhalte sprechen längst für sich. Wer mehr Campus-News und lokale Kulturthemen sucht, findet in der Nachrichtenrubrik auf Szenenight spannende Beiträge aus Bremen und Umgebung.
Design mit Haltung: Themen, Tools und Teamwork
Was die Wanderausstellung „Campus der Zukunft“ so besonders macht, ist der Mix aus klassischen und modernen Techniken. Einige Studierende arbeiteten analog mit Pinsel oder Typografie, andere – wie Merle von Forstner – mit Fotografie. Kein KI-Tool kam dabei zum Einsatz, alles wurde eigenhändig erarbeitet. Das Plakat „Vision“ zeigt, wie sich künstlerischer Anspruch, Gesellschaftskritik und handwerkliches Können verbinden lassen. Unterstützt von Kommilitoninnen und digitalem Feedback über Miro-Boards entstand eine Arbeit, die tief unter die Haut geht. Dass ein solcher Entwurf im ersten Semester entsteht, lässt aufhorchen – und beweist, dass junge Kreative keine halben Sachen machen. Auch dafür steht gewissermaßen das Schlagwort „Keine Künstlernamen gefunden“: Es erinnert daran, dass gute Kunst nicht vom Bekanntheitsgrad abhängt, sondern von der Aussagekraft. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie Studierende in Zeiten des Umbruchs ihre Stimme finden und mit grafischen Mitteln zum Nachdenken anregen.
Campus der Zukunft – ein Thema, das bleibt
Ob in Bremen, Berlin oder an anderen Hochschulen des Landes: Die Fragen, die die Ausstellung aufwirft, werden uns noch lange begleiten. Wie verändert sich Studieren, wenn Umwelt, Technik und Gesellschaft sich so rasant wandeln? Genau das macht den Wettbewerb so wertvoll. Er bietet jungen Menschen eine Bühne, um Ideen sichtbar zu machen und Diskussionen anzustoßen. In Bremen trifft das Format auf ein offenes Publikum – vom schnellen Mensabesuch bis zum Designfan. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. März, aber ihre Botschaften wirken weit über diesen Zeitraum hinaus. Wer also zwischen Vorlesung und Mittagspause etwas Inspiration sucht, sollte sich diese Werke nicht entgehen lassen. Und wenn du tiefer in die Welt von Kunst, Stadtleben und Kultur eintauchen willst, lohnt ein Klick in die aktuellen Nachrichten bei Szenenight. Auch dort gilt manchmal das ungeschriebene Motto: Keine Künstlernamen gefunden – aber jede Menge zu entdecken.

