Soho Bani veröffentlicht nachdenkliches Mixtape „listen carefully“
- von Daniel Hornick
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Der Berliner Rapper Soho Bani ist zurück – und das lauter, ehrlicher und nachdenklicher als je zuvor. Mit seinem neuen Mixtape „listen carefully“, das in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 2026 erschienen ist, setzt der 27-Jährige einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Dass man diesem Typen zuhören sollte, liegt auf der Hand: Schon mit seinem Debütalbum „Ein Schritt Und Ich Fall“ bewies er, dass er nicht nur rappt, sondern etwas zu sagen hat. Jetzt zeigt er erneut, dass er Botschaften transportiert, die weit über klassischen Deutschrap hinausgehen.
Soho Bani: Vom Radiokind zum Rapper mit Haltung
Soho Bani, bürgerlich Felix von Heymann, hat in Berlin alles mitgenommen, was die Stadt zu bieten hat – von Kreuzberg bis Wedding, von Albträumen bis Aufbruch. Bevor er wirklich in die Musikwelt eintauchte, machte er eine Ausbildung zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Ein ungewöhnlicher Weg für einen Rapper, der jetzt Millionen Streams hat. Diese Bodenständigkeit hört man noch heute in seiner Musik. Er war nie einer, der falsche Bilder verkauft. Wer ihm zuhört, hört Echtheit. Schon mit seinem Debüt „Ein Schritt Und Ich Fall“ (VÖ 2024) schaffte er es, Rap mit Haltung zu verbinden – zum Beispiel mit der Neuauflage von Herbert Grönemeyers „Zeit, dass sich was dreht“, in der er offensiv Haltung gegen Rechts und für Klimagerechtigkeit einnahm. Das war kein Zufall, sondern ein Zeichen, dass Soho Bani mehr will, als nur Klicks. Im Gespräch mit Robert Habeck zeigte er später, dass er auch auf politisch-gesellschaftlicher Ebene etwas zu sagen hat.
Listen carefully – warum das neue Mixtape seinen Namen verdient
Mit „listen carefully“ beweist Soho Bani erneut Gespür für Themen, die wirklich zählen. Das Mixtape ist mit elf Tracks und einer Gesamtlänge von rund 28 Minuten kompakt, aber stark. Stilistisch lehnt es sich an das an, was ihn bekannt gemacht hat – Autotune, Klavier, tiefer Bass und diese typische Berliner Direktheit. Doch diesmal liegt der Fokus stärker auf Persönlichem. Weniger explizit politisch, aber dafür umso emotionaler. Besonders auffällig: Soho Bani sagt, was viele fühlen, aber kaum jemand ausspricht. Es geht um mentale Gesundheit, um Druck, um Freundschaft und um Zwischenräume des Erwachsenwerdens. Mit seinem Berliner Produzenten Ericson hat er einen Sound geschaffen, der zwischen Nachdenklichkeit und Kopfnicken pendelt. Dabei bleibt der Titel nicht nur ein Name – „listen carefully“ ist eine Aufforderung. Eine, die du ernst nehmen solltest.
Starke Features: Ansu, Baran Kok und Provinz bringen Vielfalt
Ein Mixtape lebt auch von seinen Gästen, und genau hier fährt Soho Bani groß auf. Mit Ansu auf „Song 4“, Baran Kok auf „Song 7“ und der Band Provinz auf dem emotionalen Titeltrack „Song 11“ beweist er, dass Zusammenarbeit für ihn mehr bedeutet als Reichweite. Diese Features sind organisch, sie passen zu seiner Vision. Besonders die Chemie zwischen ihm und Provinz fällt auf – beide Künstler teilen eine ähnliche emotionale Offenheit. Das zeigt sich im gemeinsamen Song, den Soho Bani seinem kleinen Bruder gewidmet hat. Er will Mut machen, offen über mentale Struggles zu sprechen. Das ist ein starkes Statement in einer Branche, in der viele lieber cool wirken, als Schwäche zu zeigen. So wird das Mixtape nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich zu einem wichtigen Projekt im aktuellen Deutschrap.
Song 11 – der Herzmoment des Mixtapes
Wenn man „listen carefully“ hört, gibt es diesen einen Moment, in dem alles klickt – „Song 11“. In Zusammenarbeit mit Provinz ist daraus ein Stück entstanden, das tief reingeht. Kein typischer Rap-Banger, sondern eine ehrliche Ballade über Familie, Nähe und den Mut, über Sorgen zu sprechen. Soho Bani zeigt, dass Rap auch trösten kann. Er richtet sich direkt an seinen Bruder, doch die Botschaft trifft jeden: Du bist nicht allein. Wer durch die letzten Jahre seiner Musik geht, merkt, dass das kein Image ist. Schon früh sprach er über mentale Gesundheit, Einsamkeit und Druck. Mit „Song 11“ zeigt er, dass er diese Themen ernst meint – und das spürt man in jeder Zeile. Die Kollaboration mit Provinz verstärkt diese Stimmung perfekt: eine Mischung aus urbanem Sehnsuchtspop und introspektivem Rap, die hängen bleibt. Hör dir den Song an und du wirst verstehen, warum genau dieser Moment so besonders ist.
Warum Soho Bani jetzt wichtiger ist als je zuvor
Im Deutschrap 2026 passiert viel – und doch bleibt Soho Bani auffällig echt. Kein Trend-Rapper, sondern ein Typ, der Haltung zeigt. Sein musikalischer Weg von SoundCloud über $oho und nicht anders bis hin zu „listen carefully“ liest sich wie eine Entwicklungsgeschichte mit Tiefgang. Statt Goldketten trägt er Verantwortung – für Themen, für Menschen, für sein Publikum. Presse und Szene feiern ihn längst als Hoffnungsträger einer neuen Generation. Ob in Streaming-Plattformen, Playlists oder Interviews: Sein Name steht mittlerweile synonym für Nachdenklichkeit im Rap. Und dass diese Haltung ankommt, zeigen über 1,9 Millionen monatliche Hörer. Für jeden, der sich für aktuelle Musik interessiert, führt also kein Weg an Soho Bani vorbei. Auch wenn es auf SzeneNight derzeit noch keinen Artikel über ihn gibt, lohnt sich ein Blick in die Musikrubrik, um über ähnliche Themen informiert zu bleiben – hier entlang zur Musik-Rubrik.
Ein Ausblick – was nach „listen carefully“ kommen könnte
Noch hat Soho Bani keine neuen Projekte offiziell angekündigt. Aber die Erwartungen sind riesig. Nach dem Erfolg seiner letzten Releases gilt er längst als Stimme einer Generation, die keine Angst hat, unbequem zu sein. Ob politische Direktheit wie in „Zeit, dass sich was dreht“ oder emotionale Tiefe wie in „Song 11“ – seine Musik bleibt relevant. Eine Tour oder neue Kooperationen wären der logische nächste Schritt. Vielleicht auch wieder Features mit Künstlern wie Ansu oder Baran Kok. Klar ist jetzt schon: Soho Bani hat sich fest in der deutschen Musiklandschaft etabliert. „listen carefully“ ist weit mehr als nur ein Zwischenprojekt – es ist eine Einladung, wirklich hinzuhören. Und wer das tut, versteht, dass dieser Künstler gekommen ist, um zu bleiben.

