Julius Fischers bissige Elternsatire zwischen Hass und Liebe
- von Kai Schöning
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Wenn du denkst, du hast das Chaos im Griff – lies lieber erst mal Julius Fischer. Der Leipziger Autor und Kabarettist meldet sich zurück mit „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“. Nach zwei erfolgreichen Bänden über die Absurditäten des Alltags zeigt er jetzt, was passiert, wenn Menschenhass und Elternschaft aufeinandertreffen. Spoiler: Es wird urkomisch, ehrlich, ein bisschen weh – und so nah dran am echten Leben, dass du abwechselnd lachen und weinen wirst.
Julius Fischer: Zwischen Menschenhass, Liebe und Elternchaos
Julius Fischer hat ein Händchen dafür, das Absurde im Normalen sichtbar zu machen. Nach seinen Erfolgsbüchern „Ich hasse Menschen. Eine Abschweifung“ und „Ich hasse Menschen. Eine Art Liebesgeschichte“ folgt nun der dritte Streich – „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“. Der Titel sagt schon alles: Fischer hasst Menschen. Immer noch. Doch diesmal geht es ans Eingemachte, denn er hat jetzt selbst welche geschaffen – Kinder. Statt Romantik und Ruhe gibt’s Windeln, Wutanfall und Witz. Genau diese Mischung macht das Buch aus: bissig, ehrlich, ungeschönt, mit dieser besonderen Fischer-Ironie, die seine Fans so lieben. Das Taschenbuch erscheint beim Verlag Voland & Quist, das ungekürzte Hörbuch hat Der Audio Verlag veröffentlicht – von Julius selbst eingelesen. 160 Seiten voller Selbstironie, Elternwahnsinn und pointierter Alltagsbeobachtung. Dazu gibt’s ein Hörbuch auf vier CDs für alle, die lieber seiner Stimme beim Toben im Text zuhören. Der Typ schreibt, singt, moderiert und lacht über die Menschheit – und dabei ganz besonders über sich selbst.
Vom Slam-Poeten zum Bestsellerautor
Was viele über Julius Fischer vergessen: Er kommt eigentlich aus der Poetry-Slam-Szene. Der gebürtige Geraer, aufgewachsen in Dresden, hat sich über die Bühne nach oben gespielt – von kleinen Lesebühnen in Leipzig bis zu großen TV-Shows. Heute schreibt er für Spiegel Online eine Elternkolumne, moderiert Lesungen, singt mit dem Fuck Hornisschen Orchestra und macht ernsthaft mehr Dinge als in 24 Stunden passen. Dabei bleibt er seinem Stil treu: scharf beobachtend, mit einem Schuss Selbsthass und einer großen Portion Witz. Seine Texte sind keine Jammergeschichten, sondern literarische Punchlines, die du verschlingst. Julius liebt Klammern (kein Witz) und schafft es trotzdem, jede Pointe auf den Punkt zu bringen. Mit „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“ gelingt ihm ein Spagat zwischen humorvoller Vaterschaftsbeichte und sozialer Satire. Es ist kein Ratgeber, kein Trostpflaster für überforderte Eltern, sondern ein realistisches, verdammt ehrliches Buch über die Mühen des modernen Lebens mit Nachwuchs.
Lesetour 2026: Julius Fischer live erleben
Alle, die lieber Menschen treffen, anstatt nur über sie zu lesen, können Julius Fischer auch live erleben. Die Lesetour zu „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“ startete im März in Leipzig und führt quer durch Deutschland – bis August 2026. Städte wie Hamburg, Köln, Berlin, Frankfurt, Wuppertal und Flensburg stehen auf dem Plan. In jeder Stadt bringt Fischer seine Texte auf die Bühne, mit lebendigem Witz, musikalischen Einschüben und dieser unverwechselbaren Mischung aus Charme und Grant. Die Live-Shows sind keine klassischen Lesungen, sondern halbe Kabarettabende, halbe Stand-up-Sessions. Julius erzählt, singt, liest – und natürlich schweift er ab, so wie du es aus seinen Büchern kennst. Wer ihn schon einmal gesehen hat, weiß: Das wird kein Abend mit stillen Zuhörern, sondern eine interaktive Gedankenkurve voller Selbstironie. Termine, Tickets und Infos findest du über die Kategorie für aktuelle Veranstaltungen auf Szenenight.de – dort tauchen regelmäßig Events aus Literatur, Comedy und Musik auf.
Warum „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“ so gut funktioniert
Das Erfolgsrezept von Julius Fischer ist seine Ehrlichkeit. Er schreibt nicht über Hochglanz-Eltern oder die perfekte Familie. Bei ihm darf’s stinken, brüllen, scheitern – und trotzdem lustig sein. Fischer zeigt, dass Humor nicht wehtun muss, um zu treffen. „Wie die Odyssee. Nur ohne Schiff. Und ohne Götter. Und ohne Nymphen. Und weniger schlimm. Dafür aber wenigstens kürzer.“ So beschreibt Sarah Bosetti das Werk – und trifft damit mitten ins Schwarze. Mit diesem Buch hat Julius Fischer sich endgültig in der deutschen Satirelandschaft festgeschrieben. Seine Texte sind nicht nur smart, sondern schaffen das Kunststück, ernste Themen greifbar und witzig zu machen. Ob du Kinder hast oder genau weißt, dass du keine willst – du wirst dich ertappt fühlen. Und das ist das Beste daran. Denn genau das kann Fischer: uns allen den Spiegel vorhalten, ohne zu predigen.
Mehr als nur Autor – die Kunst des Alleskönners
Julius Fischer ist einer der vielseitigsten Künstler Deutschlands. Als Musiker veröffentlichte er zuletzt das Album „Poly Amore“, in dem er Wortwitz und Melodie verbindet. Mit seinem Duo The Fuck Hornisschen Orchestra und der Protestband Arbeitsgruppe Zukunft steht er regelmäßig auf Bühnen zwischen Kabarett, Konzert und Satire. Dazu Fernsehshows, Podcasts, Kolumnen – Fischer macht offensichtlich mehr als gesund ist. Doch genau das macht ihn interessant. Sein Stil ist unverkennbar: bitterböse, charmant, ehrlich. Er hasst Menschen, liebt Geschichten und macht daraus Kunst. In Leipzig schreibt, singt und denkt er – irgendwo zwischen Wahnsinn und Witz. Du findest ihn auf Spotify, Instagram oder live in deiner Stadt. Bis zum Sommer tourt er weiter durchs Land, und wer ihn einmal auf der Bühne erlebt, versteht schnell, warum seine Bücher so erfolgreich sind: Sie sind wie er – laut, klug und absolut menschlich.
Wie es weitergeht mit Julius Fischer
Nach dem Buch ist vor dem nächsten Projekt – und bei Julius Fischer geht’s Schlag auf Schlag. Geplant sind weitere Lesungen, neue Texte, vielleicht eine Fernsehrückkehr und natürlich frischer Stoff für seine monatliche Kolumne bei Spiegel Online. Das Interesse an seiner Arbeit wächst ständig – nicht zuletzt, weil er mit „Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung“ wieder einen Nerv getroffen hat. Ob in Leipzig, Hamburg oder Berlin – seine Auftritte sind schnell ausverkauft. Wer also dabei sein will, sollte frühzeitig Tickets sichern. Eine Übersicht zu kulturellen Highlights wie Fischers Tour findest du regelmäßig in der Rubrik für Veranstaltungen bei Szenenight. Wir sind sicher, von Julius Fischer wirst du noch einiges hören – auf der Bühne, im Buchregal oder ganz einfach im nächsten Elternabend, an dem jemand plötzlich sagt: „Ich hasse Menschen.“ Und du weißt: Er hat recht – weil Fischer es so herrlich aufgeschrieben hat.

