Interview mit DJ Tim de Ville

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Interview mit DJ Tim de Ville

Wie wird man DJ, was macht einen guten Partyabend aus und welche musikalischen Pläne stehen an? Für unsere DJ-Interviewreihe haben wir uns mit Tim de Ville an der Bremer Schlachte getroffen. Bei herrlichem Wetter sprach er mit uns über seine Anfänge, die Bremer Clubszene, seinen Musikstil und seine erste eigene Single.

Interview vom 25. Juli 2011

Im Interview: DJ Tim de Ville

Szenenight: Hallo Tim, schön, dass du dir die Zeit genommen hast, dich mit uns zu treffen. Dein Terminkalender ist sicher vollgepackt mit Terminen, oder?

Tim de Ville: Na klar, gerne – so einen wichtigen Termin lasse ich doch nicht sausen. Mein Terminkalender ist natürlich immer voll. Ich versuche aber trotzdem, alles unter einen Hut zu bekommen.


Szenenight: Das klingt spannend. Tim, für alle, die dich noch nicht kennen: Wer bist du und was machst du eigentlich?

Tim de Ville: Ich bin Tim, 22 Jahre alt, aus Lilienthal und unter dem Namen Tim de Ville als DJ aktiv.


Szenenight: Und wie bist du zur Musik beziehungsweise zum Auflegen gekommen?

Tim de Ville: Um erzählen zu können, wie ich zur Musik gekommen bin, muss ich circa neun Jahre in der Zeit zurückreisen. Im Jahre 2002 kratzte ich mein hart erspartes Geld zusammen, um mir mein erstes eigenes Mischpult zu kaufen, mit dem ich dann im ganz kleinen Stil angefangen habe, Freunde und Verwandte auf Geburtstagen etc. zum Tanzen zu bringen.

Ich verliebte mich sehr schnell in das Gefühl, Menschen zum Feiern bewegen zu können, und blieb am Ball.

In den kommenden Jahren sammelte ich auf immer größeren Veranstaltungen Erfahrungen, bis ich dann im Alter von 17 das erste Mal die Möglichkeit bekam, auf einer Abiparty – damals im Moments – auflegen zu dürfen.

Vor knapp drei Jahren trat dann Tim Meister, dem ich bis heute sehr viel zu verdanken habe, an mich heran und bot mir meinen ersten Resident-Job im Roxi's (heute Havana) an.

Lange blieb ich dort jedoch nicht und schaffte nach einigen Wochen den Sprung in die Skyline im Stubu, wo ich bis heute immer wieder gerne auflege. Lange Story, aber jetzt kennt ihr meine halbe Lebensgeschichte ...


Szenenight: Wenn du Roxi's und Stubu sagst, klingt das sehr nach Mainstream. Was spielst du aktuell für Musik? Wie würdest du deine Musikrichtung beschreiben?

Tim de Ville: Das Stubu und das Roxi's waren nur Beispiele und gehören zur Geschichte meines Einstiegs in die Bremer Discothekenszene. Mittlerweile bin ich nicht mehr nur in Bremen unterwegs, wo ich schon in diversen Clubs auflegen durfte, sondern habe Engagements in Großstädten wie Köln oder Hamburg, aber auch in kleineren Städten wie Emden. Überall, wo meine Mischung aus House- und Dancefloor-Musik, gemischt mit Black- und Party-Songs, gefragt ist, schaue ich gerne vorbei, um mal eine Runde die Platten zu drehen.


Szenenight: Das heißt, du willst dich gar nicht auf eine Richtung festnageln lassen?

Tim de Ville: Genau! Wie schon beschrieben, bin ich klassisch gesehen ein sogenannter Allstyler, also ein DJ, der nahezu alle Musikrichtungen mischt.

Und genau das ist mein Ziel eines jeden Abends: Es soll facettenreich und möglichst für jeden etwas dabei sein. So sind zum Beispiel Geschwindigkeitswechsel in meinen Sets an der Tagesordnung. Und ich versuche mich auch jedes Mal aufs Neue so gut wie möglich auf das Publikum einzustimmen.

Am wichtigsten ist für mich jedoch, dass die Leute den Abend Spaß hatten und gut in Erinnerung behalten.


Szenenight: Was steht bei dir noch in Zukunft an? Hast du Projekte geplant?

Tim de Ville: Nachdem ich zusammen mit meinem Produzententeam um Sebastian W. S. schon für den Bremer Lokalmatador Ron Rockwell und seine Single „Forever Loved“ einen Tim-de-Ville-Remix gemacht habe, arbeiten wir aktuell auf die Veröffentlichung der ersten echten Tim-de-Ville-Single „Love Is an Ocean“ hin, bei der allerdings zum Glück nicht ich, sondern eine nette Dame für den Gesang bereitstand.

Zudem stehen in der nächsten Zeit noch ein paar Remixe ins Haus, auf die ich mich auch sehr freue ...

Allerdings ist natürlich der ganze Prozess um meine eigene Scheibe gerade am aufregendsten ;-)


Szenenight: Kannst du uns und den Szenenight-Lesern schon ein Release-Datum verraten?

Tim de Ville: Ja, seit Kurzem steht das Datum und ihr erfahrt jetzt quasi brühwarm, dass „Love Is an Ocean“ ab dem 19. August erhältlich ist. Also gleich im Kalender anstreichen! ;)


Szenenight: Hast du privat vielleicht einen Lieblingsclub, in dem du auch mal feiern gehst?

Tim de Ville: Ich liebe es, feiern und tanzen zu gehen, nur leider komme ich da in letzter Zeit viel zu selten zu. Da ich aber quasi das Feiern zum Beruf gemacht habe, fällt es mir gar nicht so auf, wie selten ich wirklich weggehe.

Einen speziellen Lieblingsclub habe ich so nicht. Für mich ist weniger die Disco entscheidend als die Leute, mit denen ich den Abend verbringe.

Aber da ich dir jetzt eine etwas präzisere Antwort schuldig bin, sage ich mal: Ich feiere am liebsten mit meiner Freundin und unserem Freundeskreis im JTP in Cuxhaven. Kommt aber, wie gesagt, leider viel zu selten vor.


Szenenight: Hast du einen Traum, wo du gerne mal auflegen würdest?

Tim de Ville: Rein von der Location würde mich die Aura in Ibbenbüren mal reizen. Und wenn ich jetzt das Träumen anfangen dürfte, dann wäre es großartig, mal in den Staaten oder aber an der französischen Südküste auflegen zu können, weil es dort großartige Clubs mit coolen Leuten gibt und weil es eine riesige Ehre ist, da die wenigsten DJs jemals diese Chance bekommen.

Allerdings muss ich sagen: Bremen ist für mich eine großartige Stadt, in der ich aufgewachsen bin und die ich auch nur sehr ungern für lange Zeit verlassen würde. Von daher ist es auch jedes Mal wieder klasse, die Bremer Clubs rocken zu dürfen.


Szenenight: Kommen wir noch mal zur Musik, die du magst beziehungsweise auflegst. Was ist für dich bislang dein Track des Jahres 2011?

Tim de Ville: Ich würde sagen, beim Track des Jahres liegt bis jetzt DJ Antoine mit „Welcome to St. Tropez“ ganz weit vorne. Mittlerweile habe ich das Lied zwar schon gefühlte zehntausend Mal gehört, aber ich verbinde damit gute Erinnerungen und es vermittelt Sommerfeeling. Allerdings kommen ständig neue Lieder raus und somit ist der Hit des Jahres bis jetzt noch eine ganz vage Aussage. Und wenn es nach meinem eigenen Geschmack geht, habe ich sowieso jede Woche ein neues Lieblingslied.


Szenenight: Wir danken für das nette und ausführliche Interview und hoffen, dich bei der nächsten Party wiederzutreffen!

Tim de Ville: Ich habe zu danken. Szenenight gehört einfach mit zu Bremens Nightlife und ich denke, jeder freut sich, wenn er sich nach einem gelungenen Wochenende die Partyfotos im Internet angucken kann beziehungsweise bei der Wochenendplanung unterstützt wird.

Das Interview wurde am 25. Juli 2011 veröffentlicht. Die Aussagen und Zeitbezüge entsprechen dem damaligen Gespräch.

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