Aladin Bremen
- von Kai Schöning
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Der lila Kasten an der Hannoverschen Straße gehört zu Bremen wie der Roland auf dem Marktplatz. Seit 1978 wird in der Aladin Music Hall gefeiert, gerockt und getanzt – und das Haus zieht bis heute Musikfans aus dem gesamten norddeutschen Raum an. Legendär ist die Geschichte der Bonner Studentin, die zufällig die Eröffnungsnacht miterlebte, am nächsten Morgen mit dem Zug zurück nach Bonn fuhr, dort ihren Kommilitonen vorschwärmte – und am Abend mit vier Freunden in einem klapprigen Opel Kadett wieder vor der Tür stand.
Von der preußischen Grenzkneipe zur Music Hall
Die Wurzeln des Hauses reichen bis ins Jahr 1890 zurück: Damals eröffnete Hinrich Luers direkt an der Grenze zwischen Bremen und Preußen sein Gasthaus, später kamen Ballsaal und in den 1920er Jahren ein prachtvolles Kino dazu. 1977 übernahm Diskotheken-Macher Bernhard „Natz" Linnenbaum die Räume und eröffnete nach einem Jahr Umbau das Aladin. 1991 kam der gesamte Komplex dazu – der alte Ballsaal wurde unter seinem historischen Namen „Luers' Tivoli" wiederbelebt.
Stillstand gab es hier nie: Eigene Techniker, Elektriker und Tischler bauen seit jeher permanent um, Licht-, Ton- und Laseranlagen werden laufend erneuert. Eine unabhängige Fachjury zeichnete das Haus einst sogar mit dem Preis für die beste Lightshow Deutschlands aus.
Konzerte im Aladin: Von Metallica bis zum Nachwuchs

Über 1.500 Künstler und Bands standen inzwischen in weit mehr als 2.500 Konzerten auf den Bühnen von Aladin und Tivoli. Der Schwerpunkt liegt seit Tag eins auf Rock in allen Spielarten – und die Liste der Namen liest sich wie ein Who's who der Musikgeschichte: Alice Cooper, Black Sabbath, Metallica, Motörhead, Die Ärzte und Run DMC haben hier gespielt. Gleichzeitig bekommen junge, unbekannte Bands aus der Region regelmäßig ihre Chance – manch große Karriere nahm in Hemelingen ihren Anfang.
Partys für jeden Geschmack
Neben Konzerten sind es vor allem die Motto-Partys, die das Aladin zur Institution gemacht haben: Die Hardrock-Nacht zieht Gäste aus Holland, dem Ruhrgebiet und den neuen Bundesländern an, der Titty-Twister-Club steht dem kaum nach. Im Tivoli ist musikalisch alles möglich – mal klassischer Ballsaal, mal völlig abgefahrene Disco mit Techno, Drum 'n' Bass, Breakbeats oder Rock und Pop. Dazu kommen 80er- und 90er-Nächte, Ü30-Partys und Festivals wie Klangwelten, das Goa- und Psytrance-Highlight mit sechs Floors.
Insgesamt bietet der Komplex fünf Tanzflächen und 13 Bars auf bis zu 2.500 Quadratmetern Veranstaltungsfläche – rund 120.000 Gäste feiern hier pro Jahr. Was hier an einem Abend los sein kann, zeigt unser Bericht von der Halloween-Party im Aladin mit vier komplett dekorierten Areas.






