Buch Tipp: Stalker
- von Daniel
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Ein fremder Mann im eigenen Haus – und plötzlich ist die Tochter verschwunden. In seinem Thriller „Stalker“ verwandelt John Saul eine eigentlich alltägliche Situation in einen Albtraum. Während Familie Marshall ihr Haus verkaufen möchte, scheint sich unter den Interessenten jemand zu befinden, der ganz andere Absichten verfolgt. Ein düsterer Psychothriller über die Angst davor, einen Fremden unbemerkt in das eigene Leben gelassen zu haben.
Ein Albtraum beginnt bei einer Hausbesichtigung
Kara und Steve Marshall stehen vor einer großen Veränderung. Nach einer beruflichen Veränderung soll die Familie ihr bisheriges Zuhause auf Long Island verlassen und nach Manhattan ziehen. Das Haus wird zum Verkauf angeboten und immer wieder kommen fremde Kaufinteressenten zur Besichtigung.
Für die jugendliche Tochter Lindsay ist der geplante Umzug ohnehin schwierig. Sie müsste ihre vertraute Umgebung, ihre Schule und ihre Freunde zurücklassen.
Doch dann erzählt Lindsay ihrer Mutter von einer unheimlichen Begegnung: Während einer Hausbesichtigung soll ein fremder Mann in ihr Zimmer gekommen sein.
Lindsay verschwindet spurlos
Kurze Zeit später wird aus dem unguten Gefühl ein Albtraum. Lindsay verschwindet nachts aus ihrem Zimmer.
Die Polizei hält es zunächst für möglich, dass die Jugendliche aus Frust über den bevorstehenden Umzug weggelaufen ist. Kara glaubt jedoch nicht daran. Die Geschichte über den fremden Besucher lässt sie nicht los.
Sie ist überzeugt, dass jemand ihre Tochter beobachtet hat – und möglicherweise ganz bewusst über die Hausbesichtigungen Zugang zur Familie bekommen konnte.
Weitere Menschen verschwinden
Der Fall wird noch unheimlicher, als weitere Menschen verschwinden. Auch bei ihnen gibt es eine auffällige Gemeinsamkeit: Die betreffenden Häuser standen zum Verkauf.
Damit entwickelt sich aus Lindsays Verschwinden ein wesentlich größerer Fall. Irgendjemand scheint gezielt Immobilienbesichtigungen zu nutzen, um sich Zugang zu fremden Häusern und zum Leben seiner späteren Opfer zu verschaffen.
Wer ist der Stalker?
John Saul spielt geschickt mit einer Situation, die zunächst vollkommen harmlos erscheint. Wer sein Haus verkaufen möchte, öffnet regelmäßig fremden Menschen die eigene Haustür. Interessenten laufen durch Wohnräume, Schlafzimmer und damit durch einen sehr privaten Teil des Lebens.
Genau daraus entwickelt der Autor die zentrale Bedrohung seines Thrillers: Was passiert, wenn einer dieser vermeintlichen Kaufinteressenten überhaupt kein Interesse am Haus hat?
Kara bekommt unerwartete Unterstützung
Bei ihrer Suche trifft Kara auf Patrick Shields. Auch er hat schwere Verluste erlebt und erkennt Parallelen zwischen seiner eigenen Vergangenheit und dem Verschwinden von Lindsay.
Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer hinter den Ereignissen steckt. Dabei wird immer deutlicher, dass der Täter seine Opfer nicht zufällig auswählt.
Psychothriller mit Horror-Elementen
„Stalker“ bewegt sich zwischen Psychothriller, Kriminalroman und Horror. Die Spannung entsteht weniger durch übernatürliche Elemente als durch eine sehr reale Vorstellung: Ein unbekannter Mensch beobachtet eine Familie, dringt in deren Privatsphäre ein und wartet auf den richtigen Moment.
Zusätzliche Perspektivwechsel geben Einblicke in die Gedankenwelt des Täters und verstärken das Gefühl, dass die Bedrohung den Figuren näher ist, als sie glauben.
John Saul – Spezialist für düstere Geschichten
John Saul wurde 1942 in Pasadena in Kalifornien geboren. Seinen großen Durchbruch als Schriftsteller schaffte er 1977 mit „Suffer the Children“.
In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte Saul zahlreiche Horror- und Spannungsromane. Familien, dunkle Geheimnisse und scheinbar sichere Orte, an denen plötzlich etwas Bedrohliches geschieht, gehören zu den wiederkehrenden Elementen seiner Geschichten.
Buchinformationen
Titel: Stalker
Originaltitel: Perfect Nightmare
Autor: John Saul
Originalveröffentlichung: 2005
Deutsche Ausgabe: 2007
Verlag: Heyne
Umfang: 383 Seiten
ISBN: 978-3-453-43252-9
Genre: Psychothriller / Horror
Unser Fazit
„Stalker“ funktioniert auch Jahre nach seiner Veröffentlichung, weil John Saul seine Geschichte auf einer erschreckend einfachen Idee aufbaut: Wir lassen einen vollkommen Fremden in unser Zuhause – und wissen eigentlich überhaupt nichts über ihn.
Aus einer gewöhnlichen Hausbesichtigung entwickelt Saul einen düsteren Entführungsfall mit mehreren Verdächtigen und einer zunehmend bedrohlichen Atmosphäre. Wer klassische Psychothriller mit Horror-Einschlag und einem unheimlichen Täter mag, bekommt hier spannende Unterhaltung.







