Kommentar zur Schließung des Freipaak

  • Von Kai
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Freimarkt

Eins möchte ich vorweg nehmen: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Dass diese jeden von uns betreffen können ist klar und dass jeder von den Maßnahmen unterschiedlich hart betroffen ist ebenso. Die Corona Infektion ist nun mal leider sehr schnell übertragen und überall dort, wo sich viele Menschen versammeln, besteht latent die Gefahr, dass diese sich auch anstecken können. Jeder von uns leistet (so gut es eben geht) seit März 2020 seinen Beitrag, die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Natürlich gibt es Verweigerer und ich möchte hier auch nicht auf eine idiologische Diskussion eingehen. Aber die politischen Entscheidungen, die aktuell getroffen werden (und getroffen wurden) haben aus meiner Sicht leider absolut keine Weitsicht. Ich möchte wirklich nicht mit den Politikern tauschen, ehrlich gesagt beneide ich sie wirklich nicht um ihren Job. Aber sachlich - fachliche Kritik sollte auch - oder grade jetzt - etwas ernster genommen werden. Und genau hier fehlt mir persönlich jede Art der Transparenz. 

Fangen wir mal im März chronologisch an. Wir alle wussten schon im Januar, der Corona Virus ist Realität. Durch Globalisierung war doch abzusehen, dass der Virus uns auch über kurz oder lang erreicht. Hier wurde viel zu lange gezögert. Nun gut - keiner wusste was passiert. Ich für meinen Teil kann hier noch nachvollziehen, dass man Fehler macht. Es wurden dann im März viel zu ängstlich immer weitere Beschränkungen erlassen, die kaum oder nur schlecht kommuniziert wurden. Auch hier kann man sagen: Es ist eine besondere Situation und wir wussten nicht was auf uns zu kommt. Spätestens im Sommer hätte man aber alle erdenklichen Vorkehrungen treffen MÜSSEN, um auf eine zweite Welle vorbereitet zu sein. Wenn wir im März schon erkannt haben, dass Reisen in der aktuellen Situation vielleicht nicht so gut sind, dann hätte man im Sommer sicher schon überlegen können diese spätestens für den Herbst einzuschränken. Natürlich ist mir absolut bewusst, dass dies einen Wirtschaftlichen Impact gehabt hätte. 

Kommen wir aber nun mal zum Freipaak. Beschlossen wurde ein Freipaak (also einen kleinen Freimarkt) auf der Bürgerweide durchzuführen in der Zeit, wo die Fallzahlen deutlich niedriger waren. Es wurden Vorsichtsmaßnahmen und Konzepte abgesegnet. Es wurde Auflagen erteilt - alle wurde eingehalten und ich persönlich kann durch meinen Besuch bezeugen - wow das hat wirklich gut geklappt. Nun steigen die Fallzahlen - und bitte entschuldigt liebe Politiker - aber DAS WAR ZU ERWARTEN! Nun sind Maßnahmen die noch vor einigen Wochen getroffen wurden, um Menschen zu schützen nichts mehr wert? 

Großveranstaltungen sollen Treiber der Pandemie sein. Das würde ich auch genau so für große, private Feiern wie Hochzeiten, die drinnen stattfinden unterschreiben. Aber ein Freipaak auf der Bürgerweide, mit Abgabe von Kontaktdaten, mit Mundschutz an den Buden, mit Hygiene Konzepten - Entschuldigung aber das ist so hanebüchen, dass ich beim drüber nachdenken wirklich Bauchschmerzen bekomme. Jedem größeren Einkaufszentrum müsste man dann die Erlaubnis entziehen zu öffnen - statt dessen wird aber ein verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt in einem Risikogebiet geplant? 

Vielleicht fehlt mir der politische Einblick, aber ich für meinen Teil kann die Schausteller vom Freipaak verstehen und würde mich wirklich nicht wundern, dass wenn wir diese schwere Zeit durchschritten haben, es dann wirklich schwierig wird, jemals wieder einen Freimarkt in Bremen organisiert zu bekommen.

Und nun würde ich mir wünschen, dass wir uns alle bewusst werden, dass es in diesem Jahr weder einen Weihnachtsmarkt noch ein Silvesterfest geben wird. Und ich würde mir wünschen, dass unsere Politik sich damit beschäftigt zu schauen, was trotzdem möglich ist, um den Menschen diese schwere Zeit etwas zu erleichtern (Und damit meine ich keine Verlängerung der Senkung der MwSt.)

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und ich drücke weiterhin allen aus der Veranstaltungsbranche und natürlich den Schaustellern die Daumen, dass jeder ganz persönlich irgendwie da durch kommt!

Kai

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