Wer braucht sowas? Tinder deine Stadt

  • Geschrieben von Kai Schöning
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Wer braucht denn bitte sowas? Das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) und das Institut für Informationsmanagement (ifib) an der Universität Bremen sowie das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg neue Wege: In Zusammenarbeit mit zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern entwickeln sie eine mobile Nachrichten- und Informations-App mit sogenannter Tinder-Logik für junge Leute. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt bis 2019 mit rund 640.000 Euro.

Die App soll ähnlich intuitiv zu bedienen sein wie die Dating-App Tinder. Das heißt: Die Nutzerinnen und Nutzer sollen Informationen durch Wischen in der App als interessant oder nicht interessant klassifizieren können. Dadurch soll die App ihre Nutzerinnen und Nutzer kennenlernen und bereitet Nachrichten auf, die auf diese zugeschnitten sind. Mal abgesehen, dass es sowas schon gibt, ist dies wieder eine weitere Art Informationen von Nutzern zu sammeln. 

Die Zielgruppe sollen junge Menschen zwischen 16 und 36 Jahren sein. Zunächst wird die experimentelle App für das Land Bremen und die zwei angrenzenden Landkreise Osterholz und Verden konzipiert und gemeinsam mit der dort ansässigen Medien- und Digitalwirtschaft, den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Stadtteilbeiräten sowie den in der Stadt und im Umland aktiven politischen Parteien und Verbänden entwickelt. Auch Gemeinschaften wie Sportvereine, Initiativen, Kunstvereine und -initiativen, soziale Bewegungen mit Lokalbezug oder religiöse Gemeinden werden bei der Datenerhebung und der App-Entwicklung eingebunden. 

Über eine halbe Millionen Euro in die Entwicklung einer App zu stecken, für ein Thema, dass privatwitschaftlich längst gelöst ist, halten wir für absolut ungerechtfertigt. Dieses Geld könnte und müsste dringend in die Bildung investiert werden. 

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