Studierende entwickeln Pfandsystem für Bremer Kaffeebecher

  • Geschrieben von Daniel Hornick
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Foto: https://www.cup2date.de/

In Bremen werden nach Schätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jährlich rund 23 Millionen Einweg-Kaffeebecher weggeworfen. Das möchte eine Gruppe von sieben Masterstudierenden am Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (LEMEX) der Universität  Bremen ändern. In der Veranstaltung „Entrepreneurship & Management“ entwickelten sie ein Pfandsystem für Mehrweg-to-go-Becher, das vom 17. bis zum 24. Januar 2018 in 14 Bremer Cafés und Bäckereien getestet ird. Im Anschluss werten die Studierenden aus, wie das „Cup2date“ genannte Becherpfandsystem bei Partnern und Kunden ankam und was verbessert werden könnte. Mithilfe von Investoren könnte daraus eine Alternative zu den üblichen Wegwerfbechern entstehen.

Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität

Die Idee für einen nachhaltigen Kaffeebecher kam den Studierenden bei der Bremer Veranstaltung „Start-up Weekend“ 2017. Kurz darauf begannen sie mit einem „Bring deinen Becher“-Tag ihre erste Aktion in Bremen. Am Aktionstag erhielten Kunden, die ihren eigenen Becher mitbrachten, Rabatt auf ihren „Kaffee to go“ bei teilnehmenden Partnern. Das Projekt „Cup2date“ ist die Weiterentwicklung der bisherigen Ideen.BWL-Student Walter Steinhauer hat die Idee für das Pfandsystem gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen entwickelt. Die Mehrweg-Becher des „Cup2date“-Systems bestehen aus Polypropylen (PP), einem Bisphenol A (BPA)-freien, lebensmittelechten, spülmaschinenfesten und recycelbaren Kunststoff. „Es klingt zunächst unlogisch, einen Einweg-Pappbecher durch eine Plastikvariante zu ersetzen“, sagt Steinhauer. „Doch Einwegbecher bestehen nicht nur aus Pappe – sie haben eine Kunststoffbeschichtung im Inneren. Das heißt, man kann die einzelnen Bestandteile des Bechers nicht sauber voneinander trennen und recyceln. Das ist auch ein Grund, weshalb die Becher so schädlich für die Umwelt sind.“ Die Mehrwegbecher werden in Deutschland produziert und sind bis zu 500 Mal verwendbar.

„Während unserer Testwoche verwenden wir aus Hygienegründen keine Mehrwegdeckel, sondern bieten die herkömmlichen Plastikdeckel an“, erklärt Steinhauers Kommilitonin Merle Ridder. „Dabei kann jeder Kunde selbst entscheiden, ob er den Plastikdeckel überhaupt benötigt.“ Während der Testwoche können Bremerinnen und Bremer die Becher gegen einen Euro Pfand benutzen. Die teilnehmenden Bäckereien und Cafés sind auf der Webseite des Projekts gelistet.

Foto: https://www.cup2date.de/

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