Schüler entwickeln eigenen Mini-Satelliten

  • Geschrieben von Daniel Hornick
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Für alle Schülerinnen und Schüler, die schon immer nach den Sternen greifen wollten, bietet der deutsche CanSat-Wettbewerb (engl. für Dosen-Satellit) jetzt zum vierten Mal die Gelegenheit, einen eigenen voll funktionsfähigen Mini-Satelliten in der Größe einer Getränkedose zu entwickeln und mit einer Rakete in den Himmel zu schicken. Das Siegerteam qualifiziert sich für die anschließende europaweite Ausscheidung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Bewerbungsschluss ist der 3. Februar 2017.

Der deutsche CanSat-Wettbewerb fand zum ersten Mal 2014 in Bremen statt und hat sich seitdem durch die Teilnahme international erfolgreicher Teams ausgezeichnet. So hat das Team „spaceclub_berlin“ 2014 die Staubkonzentration in der Luft untersucht und wurde damit Sieger im deutschen CanSat-Wettbewerb. Im anschließenden europäischen Wettbewerb wurde das Team Vizeeuropameister. Das Siegerteam von 2015, das Team „URSinvestigators“ aus Köln, ging der Frage nach außerirdischem Leben nach und hat hierzu Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit nachgewiesen. Auch dieses Team wurde anschließend Vizeeuropameister. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das Siegerteam von 2016. Das Team „Recognize“ aus Bremen hat ein Navigationssystem für Raumsonden entwickelt, das Aufnahmen einer Infrarotkamera mit Bildern einer Datenbank vergleicht. Das Team tritt Ende Juni 2017 zum europäischen Wettbewerb an.

CanSat stellt Jugendliche ab 14 Jahren bundesweit vor die Aufgabe, abseits des Klassenzimmers ein vollständiges Raumfahrtprojekt ganz praxisnah zu durchlaufen. Sonst abstrakte mathematische und physikalische Inhalte werden hier angewendet, denn die Teams entwickeln nicht nur die Idee für die wissenschaftliche Funktion des Satelliten, sondern übernehmen eigenverantwortlich die Konstruktion und Integration der Bauteile in das CanSat-Modul. Sie tüfteln ein Fallschirmsystem zur Bergung der Nutzlast aus und erleben schließlich am 27. September 2017 hautnah den Höhepunkt des Wettbewerbs: den Raketenstart ihres Satelliten vom Flugplatz Rotenburg (Wümme).

Während der Flugphase müssen die Nutzlast und das Bergungssystem des CanSats ihre Funktionsfähigkeit beweisen. Vorgabe ist, dass neben den technischen Anforderungen zwei wissenschaftliche Missionen erfüllt werden: Bei der Primärmission sollen Luftdruck, Steighöhe, Temperaturveränderung und Fallgeschwindigkeit gemessen werden. Die Sekundärmission ist dagegen der Kreativität der Schülerinnen und Schüler frei überlassen. Dabei ist technisches Know-how allein nicht ausreichend, ebenso zählen im Wettbewerb Erfindungsreichtum, Kreativität und gute Teamarbeit.

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