Petition fordert Öffnung der Osterwiese am Karfreitag

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Petition fordert Öffnung der Osterwiese am Karfreitag

Feiertage für Alle - Vergnügungsverbote aufheben! heißt die Petition, die in den nächsten sechs Wochen unterstützt werden kann. Maurice Mäschig, Initiator der Petition, war bereits 2011 erfolgreich, als die Verbotszeiten durch seine Petition im Bezug auf die Tanzverbote eingeschränkt wurden. Humanistische und säkulare Verbände unterstützen die neuerliche Petition zur endgültigen Abschaffung der Vergnügungsverbote.

Feiertage gehören allen Menschen, völlig unabhängig von ihrer Begründung oder ihrem Ursprung. Völlig zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht daher festgestellt, dass Feiertage keine Verordnung zu Besinnung und Ruhe sind, sondern auch zur Erholung und Zerstreuung dienen. Dies sind Entfaltungsmöglichkeiten, unter denen Menschen verschiedene Dinge verstehen. Das schöne ist, dass jeder das machen könnte, wonach ihm ist, ohne das andere dadurch in ihrem Feiertagsgenuss unzulässig eingeschränkt wären. Die derzeitige Feiertagsgesetzlage bevorzugt jedoch eine auch unter religiösen Menschen kleine Gruppe von Fundamentalisten, die ihre Weltanschauung über die anderer stellen. Diese Menschen gehen teilweise soweit, Konfessionsfreien das Recht auf Feiertage abzusprechen, sofern sie sich nicht an die speziell nur in Deutschland gesetzlich geregelten und religiös begründeten Vergnügungsverbote halten wollen. Dies sollte kein Weltbild sein, das Carsten Sieling als Bürgermeister, der Senat in seiner Gesamtheit und auch die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft unterstützen.
Maurice Mäschig
Support gibt es von allen Seiten

Die Petition wird unterstützt von der GBS Regionalgruppe Oldenburg / Bremen, dem Humanistischen Verband Bremen und dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten, die zuletzt mit einer Aktion für einen weltlichen Feiertag mit einer Lutherfigur auf dem Marktplatz für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Auch der Bremer Schaustellerverband unterstützt die Petition.

Ein Osterwiesenbesuch oder andere Freizeitvergnügen sind genauso schützenswert wie der Besuch eines Gottesdienstes oder jede andere private Freizeitbeschäftigung. Diese Einschätzung mag nicht allen gefallen. Wer sich aber über andere stellt indem er meint ein Recht auf Ruhe aus dem eigenen Glauben ableiten zu können, der irrt. Auch die falsche Fürsorge, dass Besinnung allen Menschen gut tun würde, spricht anderen das Selbstbestimmungsrecht ab. Diese Bevormundung passt nicht ins Jahr 2018, in dem jeder selbst darüber entscheiden können sollte, wie und in welcher Form er Feiertage nutzt. Wer am Karfreitag endlich mal die frei Zeit mit seiner Familie oder Freunden auf der Osterwiese oder für andere Vergnügen nutzen will, sollte dies auch tun können. Das christliche Osterfest ist schon seit langem ein weltliches Familienfest geworden, und so sollte es auch gelebt werden dürfen. Daher ist jeder tolerante Bremer und jede tolerante Bremerin, unabhängig von der eigenen Weltanschauung, dazu aufgerufen, diese Petition zu unterstützen.
Maurice Mäschig 

Hintergrund: Das Bremische Feiertagsgesetz verbietet am Karfreitag, dem Volkstrauertag sowie Totensonntag gewerbliche Sportveranstaltungen, Tanzveranstaltungen sowie alle anderen öffentlichen Veranstaltungen, sofern bei ihnen nicht der ernste Charakter des jeweiligen Feiertages gewahrt wird. Gegen dieses Gesetz wurde bereits im Jahr 2011 eine Petition eingereicht. In Folge dessen wurde das Feiertagsgesetz in Bremen im Jahr 2013 so verändert, dass die Verbotszeiten eingeschränkt wurden und zum 28. Februar 2018 komplett entfallen sollten. Ende 2017 beschlossen die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft jedoch, die Verbotszeiten weiterhin beibehalten zu wollen

Link zur Petition: https://goo.gl/RKJrZf

 

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