Legalisierungs-Fallback in Bremen?

  • Geschrieben von Kai Schöning
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Zunächst muss vorweg nehmen, dass ich noch nie Drogen genommen habe oder den Drang verspüre dies jemals tun zu wollen. Und so sehr dieses Thema auch polarisiert, so sehr muss man doch aufpassen, dass es nicht verharmlost oder glorifiziert wird. Sehr verehrter Polizeipräsident, Spliff dir nicht ins Hemd, Müll sollte das einzige sein, was man trennt, Ich bin Marsi, Anti-Legalisierung - so heißt es im Song von Marsimoto (Marten Laciny) besser bekannt als Marteria. So oder so ähnlich könnt es sich aber auch aktuell in Bremen anhören. Bremen wollte Vorreiter sein, Bremen will Vorbild sein, Bremen will so Vieles – so wurde erst kürzlich entschieden das Tanzverbot doch nicht zu kippen. Und so wundert es mich auch nicht, dass man in Bremen nun wohl doch nicht mehr Cannabis legalisieren möchte. Meinungen mögen sicher im Laufe der Zeit ändern - und ich persönlich denke, dass diese Kehrtwende durchaus richtig ist - aaaaber stand diese Liberalisierung nicht im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen?

Zwickmühle oder was?

Jetzt könnte man der SPD in Bremen unterstellen, man habe damals in den Verhandlungen den Grünen das "Gras" einfach vor die Füße geworfen und damit sich selbst als jung und dynamisch, offen aber auch verantwortungsbewusst gezeigt. Nun ist das in der Politik oft ja so, dass das Geschwätz von Gestern heute keinen mehr interessiert - dieses polarisierende Thema könnte der SPD aber noch unangenehm aufstoßen - spätestens bei der nächsten Wahl. So könnte man meinen, dass die SPD sich vor einer "Insel" Entscheidung oder Vorreiter-Rolle drücken möchte - doch ist das wirklich so? Oder hat man sich vielleicht doch bewusst umentschieden? So sind in den letzten Monaten immer mehr "illegale" Drogenlabore durch die Polizei hochgenommen worden. Allein daran kann man erkennen, dass es der Politik wohl scheinbar doch ein Dorn im Auge ist.

Aber was würde denn passieren, würde man Cannabis legalisieren? Wie würde das ablaufen? Würde es dann einen Gras-Tourismus aus Niedersachsen geben? Würden in Bremen alle nur noch auf Wolken schweben? Kaum vorstellbar - klare Regeln und Limits könnten sogar dazu beitragen dem ganzen Thema in Zukunft mehr Konturen verpassen.

Verteufeln wird ja nun auch nichts bringen

Ja, so mag es sein. Denn auch wenn es weiterhin verboten bleibt - die Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer wieder neue Plantagen, Dealer und vor allem auch Konsumenten gibt. Die Konzentration der Droge wird immer stärker. Erschreckend! Nun wird eine Freigabe dieses Problem sicher nicht lösen, aber vielleicht könnte durch eine bessere öffentliche Kommunikation auch die Aufklärung vor den Risiken und den Auswirkungen gestärkt werden.

Darüber sollte dann auch die Politik noch mal nachdenken. Vielleicht ist die Entscheidung gegen eine Legalisierung ja auch der Beginn einer breiteren Aufklärung und der späteren damit verbundenen Freigabe? Zumindest würde ich mich freuen, wenn viel mehr freiwillig erkennen würden, dass Cannabis gar nicht so cool ist, wie alle immer tun.

Bildnachweis: birdys / photocase.de

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