
Die Weserburg, unser international beachtetes Museum für Moderne Kunst, konnte gestern seinen zwanzigsten Geburtstag feiern. Erstmals in Europa wurde 1991 in Bremen die Idee eines Sammlermuseums umgesetzt, in dem der Sammler nicht nur Leihgeber, sondern engagierter Mittler moderner Kunst ist. Ein Konzept, mit dem sich die Weserburg deutlich von traditionellen Kunstmuseen abhebt. Anlässlich des runden Geburtstags startet die Weserburg diesen Freitag eine neue Ausstellung: "Farbe im Fluss". Das Eröffnungsevent, bei dem das doppeldeutige Motto wörtlich genommen wird und die Weser mit 30 Kilo Farbstoff grün eingefärbt werden soll, ist in der Bevölkerung umstritten und sorgt für einige Diskussionen in der Hansestadt.
Der argentinische Konzeptkünstler Nicolás Uriburu wird extra für diese Aktion nach Bremen kommen und von einem Boot aus die Weser leuchtend grün einfärben. Dazu verwendet er einen unter Lichteinstrahlung fluoreszierenden Farbstoff namens Uranin. Er gilt als umweltverträglich und wird z.B. auch für Badeschaum und Duschbäder verwendet. Rund 30 Kilo dieses Farbstoffs sollen am Freitag in die Weser gekippt werden und sie rund um die Weserburg zwischen Bürgermeister-Smidt-Brücke, Teerhofbrücke und bis zum Wehr an der Kleinen Weser für etwa 20 bis 30 Minuten grün leuchten lassen. Uriburu hat schon 1968 bei der Biennale in Venedig den Canale Grande eingefärbt.
Um 19.00 Uhr wird dann Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz die Ausstellung "Farbe im Fluss" eröffnen (Einlass ab 18.00 Uhr, Eintritt frei). In dieser Ausstellung geht es um den künstlerischen Umgang mit frei fließender Farbe. In der Schau sind sowohl Werke von Klassikern wie Andy Warhol, Jackson Pollock mit seinem "Action Painting" und Sigmar Polke vertreten als auch Werke zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen. "Farbe im Fluss" stellt prinzipiell zwei künstlerische Ansätze einander gegenüber: Farbe als malerisches Ausdrucksmittel im Sinne der Moderne einerseits und der eher konzeptuelle, experimentelle, ja antimalerische Umgang mit Farbe vor allem bei jüngeren Künstlerinnen und Künstlern andererseits.









