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Donnerstag, 09 Februar 2012

Letztes Update:06:41:29 Uhr

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Bremer Art: Heidi Wood

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sn_bremer_art_100x100.jpg„ I want to be a millionaire one day, but I am working against my own interests“, sagte Heidi Wood, als wir sie zu ihren Zielen befragten. Aber wer weiß, denn mit ihrer sehr außergewöhnlichen Art ihre Kunst anzupreisen und zu verkaufen schlägt sie einen Weg ein, den wohl kaum ein anderer geht.

Aber fangen wir mal ganz von Vorne an. Heidi Wood, ist eine in England geborene Künstlerin, aufgewachsen in Australien und seit 20 Jahren wohnhaft in Paris. In den letzten Wochen stattete sie jedoch auch Bremen einen längeren Besuch ab. Einmal im Jahr läd das Künstlerhaus am Deich nämlich einen internationalen Künstler ein, welcher dann die Möglichkeit hat für einige Wochen im Atelier des eben genannten Hauses zu wohnen und zu arbeiten! Am Ende des Aufenthalts haben die Künstler dann die Möglichkeit ihre entstandenen Werke zu präsentieren (oder sich einfach bei einem gemütlichen Heringsessen zu verabschieden.) Die Bremer Künstlerin Marina Schulze lernte Heidi Wood vor etwas mehr als einem Jahr bei der von ihr, Silke Thoss und Marion Bösen organisierten Ausstellung "Aurora Borealis" in Bremen kennen und so entstand der Kontakt zum Künstlerhaus und die Einladung zu einem längeren Besuch in Bremen. So verbrachte Heidi also die letzten Wochen....

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...die letzten Wochen hier in unserer schönen Stadt, von wo aus sie aber auch ab und an in einen Ryanair- Flieger hüpfte um Häfen zu fotografieren, die sie von hier aus erreichen konnte. Diese Fotografien werden nun zu ihrem neuen Projekt. Jeder von heidiwood.gifEuch kennt doch diese Touristen-Teller, mit aufgedruckten Wahrzeichen, die es in jedem viel bereisten Ort gibt. Genau auf solchen Tellern werden bald die Häfen, mit besonderer Betonung auf die dort vorhandenen Kräne, aus Bremens „Umgebung“ abgebildet sein. Denn genau darin liegt einer von Heidis Schwerpunkten: Die Umgebung der Orte in denen sie sich befindet auf meist eher abstrakte, vereinfachte Weise festzuhalten, sodass eine Assoziation zu Straßenschildern aufkommt. Das besondere an ihrer Arbeit ist jedoch, das genau diese „Werke“ meist nur digital oder als einfacher Entwurf vorhanden sind. Und mit diesen Illusionen nicht vorhandener Werke wirbt sie auf sehr außergewöhnliche Weise für sich selbst. Sie vermarktet sich damit in verschiedenen wichtigen Künstlerkreisen, ohne dass wirkliche Malereien von ihr existieren. Diese fertigt sie nämlich erst an, wenn die Nachfrage besteht. Bis dahin erstellt sie nur Illusionen von Bildern oder sagen wir, Vortäuschungen wirklich vorhandener Bilder, angepasst an die entsprechende Umgebung. Dies können sowohl alte Fabrikhallen, knallbunte Schulen oder ein längst geschlossener Vergnügungspark sein, als auch bekannte Museen in denen sie ihre Werke einfach neben die bekannter Meisterwerke zaubert. All dies soll den Betrachter dazu aufrufen zu denken „so was will ich auch!“ Mit anderen Worten dreht sie das normale System des Kunstmarktes „Angebot- Nachfrage“ um und setzt ihre Werke erst in die Realität um, wenn die Nachfrage besteht.

Ihre Homepage: www.heidiwood.net ist momentan leider nicht funktionstüchtig, da sie bearbeitet wird. Trotzdem findet man im Internet einige ihrer bisherigen Projekte, wenn man ein bisschen sucht und viele weitere werden folgen.


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