Einen sprichwörtlich guten Riecher bewiesen gestern Abend Polizeibeamte in Bremen-Walle, als sie einen Radfahrer stoppten, der mehrmals die Straßenseite wechselte, ohne auf den Verkehr zu achten. Bei der Suche nach seinem Ausweis leerte der 31 Jahre alte Mann zunächst sämtliche Hosen- und Jackentaschen und förderte dabei eine Vielzahl kleinerer Geldscheine herbei. Schutzmanns-Auge qualifizierte die Scheine in 'szenetypischer Stückelung'. Schutzmanns-Nase nahm zeitgleich leichten Marihuanageruch wahr.
Weiter wurde der Focus auf eine nicht geleerte aber offensichtlich prall gefüllte Jackeninnentasche gelenkt. Auf Wunsch der Polizeibeamten leerte der Mann dann die Innentasche und übergab 22 Verkaufseinheiten Marihuana. Dazu bemerkte er: »Ja, ich bin auf Verkaufstour und bringe meinen Kunden das über Handy angebotene Marihuana. Bin aber noch nicht lange dabei. 30 Gramm habe ich auch noch zu Hause.«
Die Beamten nahmen sein Angebot, ihnen zu Hause seinen Ausweis zu zeigen und ihnen seine Restbestände Marihuana auszuhändigen, an. Bereits im Treppenhaus lenkte intensiver Marihuanageruch den Weg zur Wohnung des 31-Jährigen. In der Küche hingen an fünf gespannten Wäscheleinen unzählige Marihuanapflanzen samt Blüten. Er erklärte den erstaunten Beamten, dass er die Zweige von einem Bekannten geliefert bekäme und sie dann mit einem Ventilator trocknen würde. Dass in der Wohnung dann noch weitere Verkaufseinheiten, 65 Gramm unverpackte Blüten, eine Feinwaage und Verpackungsmaterial gefunden wurde, erstaunte dann nicht mehr. Sämtliche Beweismittel wurde beschlagnahmt. Seinen Lieferanten wollte der noch nicht mit Drogendelikten in Erscheinung getretene Mann nicht benennen. Seine Erkenntnis zum Schluss allerdings lautete: Es ist gut, dass sie mich erwischt haben. So ist es einfacher für mich auszusteigen.
Quelle: Pressemappe der Polizei Bremen








